Dichter sprechen
Bürgerin und Bürger! Das Zentrale Kommando für Gesundheitsaufklärung und Volkswohlfahrt unterrichtet Dich!
Der Kampf gegen das verderbliche Laster des Tabakkonsums hat in der deutschen Dichtkunst eine gar lange Tradition:
Die Katzen und die Hunde schrein
Die Ratzen im Feld pfeifen wüst:
Sie wollen keine Raucher sein
Weil das eine Schande ist.
Bertolt Brecht
Vom Qualme befreit sind Stadt und Fläche
durch der Regierung kühne, glückbringende Tat;
im Lande erblühet Hoffnungssaat;
die eklen Raucher in ihrer Schwäche
zogen sich ins stinkende Heim zurück.
Ich höre schon des Volks Getümmel;
hier ist Nichtrauchers wahrer Himmel,
gesund atmet durch groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.
Johann Wolfgang von Goethe
Wer jetzt suchtfrei ist, hustet bald nicht mehr.
Wer jetzt noch raucht, wird alleine bleiben,
wird keuchen, ächzen, die Stimmbänder reiben
und wird vor den Häusern hin und her
qualmend wandern, wenn die Blätter treiben.
Rainer Maria Rilke
Die Lunge ächzt, der Kehlkopf kracht,
wir rauchen leidvoll Tag und Nacht –
Nikotinsucht heißt unser Leichentuch,
wir rauchen, das ist ein grausamer Fluch;
Wir rauchen, wir rauchen!
Heinrich Heine
Jetzo mit der Kraft des Stranges
wiegt die Glock’ mir aus der Gruft,
daß sie in das Reich des Klanges
steige, in die reine Luft!
Ziehet, ziehet, hebt!
Sie bewegt sich, schwebt!
Freude dieser Stadt bedeute,
R a u c h v e r b o t sei ihr erst’ Geläute!
Friedrich von Schiller
„Ich rauche gern, riechen sollst du’s, schöne Gestalt;
und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“
„Minister, Minister, jetzt haucht er mich an!
Der Raucher hat mir ein Leids getan!“ –
Dem Minister graust’s, er eilet geschwind,
er nimmt in die Arme das keuchende Kind,
erreicht das Nichtrauchereck mit Not;
in seinen Armen das Kind war tot.
Johann Wolfgang von Goethe
„Konrad!“ sprach die Frau Mama,
„Ich geh aus und du bleibst da.
Sei hübsch ordentlich und fromm,
Bis nach Haus ich wieder komm.
Und vor allem, Konrad, hör!
Greife nicht zum Tabak mehr;
Denn der Schneider mit der Scher’
Kommt sonst ganz geschwind daher,
Und die Finger schneidet er
Ab, als ob Papier es wär.“
Fort geht nun die Mutter, und
Wupp! die Lulle in den Mund.
Bautz! da geht die Türe auf
Und herein in schnellem Lauf
Springt der Schneider in die Stub’
Zu dem tabaksücht’gen Bub.
Weh! jetzt geht es klipp und klapp.
Mit der Scher’ die Finger ab,
Mit der großen scharfen Scher’!
Hei! Da schreit der Konrad sehr.
Als die Mutter kommt nach Haus,
Sieht der Konrad traurig aus.
Ohne Finger steht er dort.
Die sind alle zehne fort.
Heinrich Hoffmann
(Bitte beachten Sie: Dieses Gedicht wird in Kürze, nach Inkrafttreten der Europäischen Richtlinie zur Bekämpfung verderblicher Gewaltdarstellungen, verboten. Sie haben schwerste Strafen zu gewärtigen, sollten sie es Jugendlichen unter achtzig Jahren zugänglich machen.)
Arm am Atem, krank am Herzen,
frist’ ich meine heisren Tage.
Rauchen ist die größte Plage,
Rauchfreiheit das höchste Gut!
Und, zu enden meine Schmerzen,
ging ich, Gesundheit zu erlangen.
„Meine Lunge soll nicht bangen!“
schrieb ich hin mit frohem Mut.
Johann Wolfgang von Goethe
Sterne, könnt ihr freundlich glänzen,
Wenn das Unerhörteste geschehen,
Könnt ihr gleichgültig herniedersehen,
Wenn das Böse sie bekränzen?
Wenn ein Funke in euch sprühet,
Sterne lodert auf in helle Flammen,
Nur mit Flammen könnet ihr verdammen,
Was auf Erden hier geschiehet!
Und Du Erde, stille, kalte,
Birgst in Tiefen Du nicht Feuerschlünde?
Hast Du keine für die ärgste Sünde?
Rüttle Dich, Du kräft’ge Alte!
Spei sie aus mit einem Zuge,
Unterwelt und heil’ges Himmelsfeuer
Brenn hernieder, zusammen Raucher – Ungeheuer,
Und gesünder wird’s im Fluge!
Friederike Kempner
Zu Dionys, dem Nichtraucher, schlich
Damon, die Pfeif im Gewande;
ihn schlugen die Schützer in Bande.
„Was wolltest du mit der Pfeife, sprich!“
befragte ihn der Lungenretterich.
„Die Stadt vom Tyrannen befreien!“
„Das sollst du mit Müsli bereuen!“
Friedrich von Schiller
Es ist von Alters her ein Brauch:
Wer Sorgen hat, der hat auch Rauch!
„Nein“ – ruft Helene – „Aber nun
Will ich’s auch ganz – und ganz – und ganz –
und ganz gewiß nicht wieder thun!“
Sie kniet von ferne fromm und frisch.
Der Tabak stehet auf dem Tisch.
Es läßt sich knien auch ohne Pult.
Das Rauchzeug wartet mit Geduld.
Man liest nicht gerne weit vom Licht.
Die Packung glänzt und rührt sich nicht.
Oft liest man mehr als wie genug.
Die Schachtel ist kein Liederbuch.
Gefährlich ist des Freundes Nähe.
O, Lene, Lene! Wehe, Wehe!
Oh, sieh! Im sel’gen Nachtgewande
Erscheint die jüngstverstorb’ne Tante.
Mit geisterhaftem Schmerzgetöne –
„Helene!“ – ruft sie – „Oh, Helene!!!“
Umsonst! – Es fällt die Lampe um,
Gefüllt mit dem Petroleum.
Und hülflos und mit Angstgewimmer
Verkohlt dies fromme Frauenzimmer.
Seht wie nun ihre Trümmer rauchen.
Der Rest ist nicht mehr zu gebrauchen.
Wilhelm Busch
Rauchfrei sei der Mensch,
enthaltsam und fit!
Denn das allein
unterscheidet ihn
von allen Wesen,
die wir kennen.
Johann Wolfgang von Goethe
Und wenn der Mensch gesund ist,
dann braucht er nicht zu rauchen, danke sehr.
Er kann auch anders fröhlich sein,
es müssen keine Drogen her.
Drum links, zwei, drei!
drum links, zwei, drei!
Wo dein Platz, Mitbürger, ist!
Reih dich ein in die Nichtraucher-Kampfesfront,
weil du auch ein guter Mensch bist!
Bertolt Brecht
Gute Nacht, Freunde,
es wird Zeit für mich, zu geh’n.
Ich rauch noch ’ne Zigarette,
und wenn ich den nicht längst schon hätte,
brächt’ sie mir Krebs im Handumdreh’n.
Alfons Yondraschek
Nichtraucherschutz und Abstinenz
für das deutsche Vaterland!
Danach laßt uns alle streben
brüderlich mit Herz und Hand!
Nichtraucherschutz und Abstinenz
sind des Glückes Unterpfand.
Blüh im Glanze dieses Glückes,
blühe, deutsches Vaterland!
Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Die Raucher sind unser Unglück!
Heinrich von Treitschke
Nähere Auskünfte zu den Quellen erteilt das Wahrheitsministerium.